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Ein Verein braucht Verbindlichkeit

In unserer Serie Sport-Plauderei stellen wir Menschen vor, die sich hinter den Kulissen bewegen und engagieren. Heute: Gisela Schaar (66), Geschäftsführerin des Fußball-Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen, die wir am Rande des Spiels des FCA gegen die SpVgg Burgbrohl getroffen haben.

Frau Schaar, die Arminia hat 0:2 verloren und droht abzusteigen. Was würde das für den Verein bedeuten?Das wäre ein großer Imageverlust, sowohl für den Klub, als auch für die Stadt Ludwigshafen. Ein Abstieg würde uns aber als Verein nicht existenziell bedrohen. Wir würden versuchen, umgehend wieder aufzusteigen, auch wenn dies schwer werden würde. Aber ich bin zuversichtlich und denke, dass wir es noch schaffen.

Wie sind Sie zum Fußball gekommen?Durch meinen Mann Alfred. Als er noch gespielt hat, war es ihm wichtig, dass ich mitgehe. Ich habe ihn immer begleitet und so den Fußball schätzen gelernt. Auch meine Familie ist fußballinteressiert. Die Spielerfrauen haben damals eine Jazztanzgruppe gegründet und alle sind Mitglieder bei der Arminia geworden.

Haben Sie selbst Fußball gespielt?Nein, der FCA hatte damals kein Frauenteam. Es hat sich nie ergeben.

Und wie kamen Sie zu dem Job als Geschäftsführerin?Das war vor 28 Jahren, als keiner eine Aufgabe im Verein übernehmen wollte. Die Arminia hat damals drei Versammlungen gebraucht, um endlich einen Vorstand präsentieren zu können. Wir haben überlegt, wer was machen könnte. Und da ich kaufmännische Sachbearbeiterin war und lange in der Dokumentation eines Unternehmens gearbeitet habe, ist die Wahl auf mich gefallen. Damals war die Arminia ein reiner Männerverein. Ich war die einzige Frau im Vorstand.

Was sind Ihre Aufgaben?Ich erledige den kompletten Schriftverkehr, kümmere mich um Werbeverträge, Rechnungen, schreibe Protokolle von den Sitzungen und vieles mehr. Da mein Mann in all den Jahren als Spielleiter, Jugendleiter und Vorsitzender auch immer ein Vorstandsamt bekleidete, sind die Wege kurz. Jeder von uns ist in alles einbezogen.

Da klingt nach viel Arbeit, wie viel Zeit investieren Sie in die Arminia?(lacht) So zehn bis 15 Stunden pro Woche. Oft wird es abends sehr spät.

Ehrenamtliches Engagement lässt generell nach. Auch bei der Arminia?Ja, das ist leider auch bei uns so. Es entspricht dem Zeitgeist, sich nicht mehr verantwortlich zu engagieren. Wir haben derzeit auch nicht alle Posten im Vorstand besetzt, obwohl wir geeignete Menschen direkt ansprechen oder Aufrufe in der Stadionzeitung schalten. Verbindlich will sich kaum noch jemand festlegen. Aber ein Verein braucht Verbindlichkeit.

Welche Sorgen plagen die Arminia?Aktuell natürlich der Abstiegskampf des Oberligateams. Aber auch unser Sportgelände bereitet uns schlaflose Nächte. Wir haben 17 Mannschaften, davon 14 Jugendteams. Da reicht die Bezirkssportanlage Rheingönheim bei weitem nicht aus. Vieles ist zudem veraltet oder kaputtgegangen. Wenn es die Witterung erforderlich macht und wir müssen Jugendmannschaften zum Spiel oder Training auf den Hartplatz schicken, dann kommen große Probleme auf uns zu. Hier können wir nur auf das Verständnis von Trainern und der Eltern der Spieler hoffen. Manchmal vergeblich.

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